Die Catilina Verschwoerung by John Maddox Roberts
Author:John Maddox Roberts [Roberts, John Maddox]
Language: deu
Format: epub
Publisher: eBookCreatorNet
Published: 2010-01-01T21:00:01+00:00
»Wunderbares Material, diese Seide«, murmelte ich.
Surenas Augen leuchteten auf. Offenbar gefiel ihm Seide besser als das, was sie umhüllte. »Sie ist eine Gabe der Götter.
Du mußt einmal nach Parthien kommen und den großen Seidenbasar in Ekbatana besuchen. Die Seide kommt dort aus dem Fernen Osten an.«
Geschichten von fernen Ländern hatten mich schon immer fasziniert. »Werden die Karawanen von den Serern geführt?«
Er schüttelte den Kopf. »Niemand im Westen hat diese Menschen je gesehen. Die Seide ist viele Monate, manchmal sogar Jahre unterwegs, bevor sie in Ekbatana ankommt. Sie wird von einer Karawane zur anderen weiterverkauft, und so weit ich weiß, ist noch niemand die ganze Route gereist. Die Serer sind angeblich ein sehr kleines gelbes Volk mit schrägen Augen, aber das könnte auch eine Legende sein.«
»Und wie entsteht Seide?« fragte ich ihn. »Man hört ja die unwahrscheinlichsten Theorien.«
»Dann hört ihr genauso viel wie wir«, erwiderte Surena.
»Manche glauben, sie stamme von einer Pflanze wie Flachs, andere sagen, sie wird von riesigen, gezähmten Spinnen gesponnen. Es gibt auch die Theorie, daß es sich um Haare von Frauen handelt, was mir aber sehr unwahrscheinlich vorkommt, während wieder andere behaupten, sie würde von kleinen Würmern produziert, die die Blätter des Maulbeerbaums fressen.
Jedenfalls ist es der leichteste, festeste und schönste Stoff der Welt. Ich habe viele Ballen als Geschenk meines Königs an Pompeius geliefert, nachdem wir unser Bündnis gegen Mithridates und Tigranes besiegelt hatten.«
»Du warst damals Botschafter?« fragte ich.
»Nein«, meinte er lächelnd. »Ich war General der parthischen Streitkräfte.«
Die Vorstellung, daß dieser herausgeputzte, weibische Fremde eine Armee anführte, erschien mir lächerlich, und ich vermutete, daß er seinen Rang, wie in vielen Monarchien üblich, seinen verwandtschaftlichen Beziehungen zum Monarchen verdankte. Ich wußte natürlich nicht, daß ich mit dem mächtigsten Mann des parthischen Reiches sprach. Die Könige von Parthien waren bloß Galionsfiguren, die die bedeutendsten Familien skythischer Abstammung auswählten, unter denen das Haus Surena das größte war. Zehn Jahre nach diesem Abend sollte er Crassus und Rom zeigen, daß Seide und Kosmetika Parthiens kriegerische Wildheit kein bißchen verweichlicht hatten.
Dann kamen Aurelia und Orestilla und zogen Crassus hinter sich her. Er tauschte übertriebene Begrüßungsfreundlichkeiten mit dem Botschafter aus und nahm mich, sobald sich die Gelegenheit bot, zur Seite. Die kürzliche Verbindung unserer beiden Familien durch Heirat hatte ihn wohlwollend gegen mich gestimmt. Vorübergehend jedenfalls. »Decius, du darfst deinem Vater versichern, daß ihm meine Unterstützung für die im nächsten Jahr anstehende Wahl der Censoren gewiß ist«, sagte er.
»Darüber wird er hocherfreut sein«, versicherte ich ihm.
»Deine Unterstützung ist so gut wie der sichere Sieg.« Und das war nicht einmal besonders übertrieben.
»Gewählt zu werden ist erst die Hälfte des Weges«, erinnerte er mich. »Ich hoffe, er hat mehr Glück mit seinem Kollegen als ich.« Zwei Jahre zuvor hatte Crassus eine bemerkenswert erfolglose Amtszeit als Censor absolviert. Er und sein Kollege, der große Catulus, hatten sich über nichts einigen können, schließlich hatten sie beide abgedankt, ohne auch nur die Zählung der Bürger Roms zu beenden, die ihre wichtigste Amtspflicht gewesen wäre.
»Du kennst doch meinen Vater«, sagte ich. »Er kommt mit fast jedem aus. Er möchte, daß Hortalus aus dem Ruhestand zurückkehrt und sich mit ihm bewirbt.
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